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Europäischer Fernwanderweg E6


datum vrijdag 3 september 1999
traject Büchen - Pötrau - Witzeeze - Lütau (op afstand) - Buchhorst - Lauenburg - Hohnstorf - Barförde - Wendewisch
afstand 28 km
wandeltijd 8 uur
weer licht tot onbewolkt
temperatuur 25°
overnachtingadres Gasthof Wendewisch, Hillberger Straße 42, 24354 Wendewisch, tel 05857-366
Overnachtingprijs DM 80

LauenburgLauenburg

We hadden om 8 uur ontbijt. We aten snel, want we wilden de bus van 8.50 uur halen. Dat lukte ruimschoots. Na de inkopen zocht ik nog even de juiste kaarten voor deze dag op. We deden de korte broek aan, want het was al aardig warm. Spoedig verlieten we Büchen en kwamen door Pötrau. Over een zeer rustige asfaltweg met enkele bochten bereikten we Witzeeze. Daarna volgden we veelal Plattenwegen. We zagen nog een keer twee reeën lopen. Even volgden we een drukke verkeersweg zonder fiets/voetpad. Door een bos en later over een betonweg bereikten we Buchhorst. Hier lunchten we. We trokken daarbij de schoenen uit om ook de voeten de broodnodige rust te geven. We lunchten in de schaduw vanwege de warme zon.
Na nog een heuvelachtig parkoers bereikten we Lauenburg (ansichtkaart 17 en 18). Dit kenden we al een beetje. Maar ons pad voerde nog langs een aantal mooie pandjes (foto 38) en nog éénmaal vlak langs de Elbe. We zagen nog een overzicht van verschillende hoogwaterstanden. We staken de Elbe over via een brug en verlieten hierbij Schleswig Holstein.
Nu waren we in Nieder Sachsen. We volgden nu lange tijd een grasdijk langs de Elbe en kwamen daarbij langs Sassendorf en Barförde. Bij een camping sloegen we af. Van een man hadden we gehoord, dat pas in een volgende plaats op ± 15 km een volgende overnachtingsmogelijkheid was. Het was van de afslag zo’n 1200 meter lopen naar Gasthof Wendewisch te Wendewisch. Toen we vroegen of we er konden overnachten kwam er geen enthousiast ja uit. Maar we konden hier gelukkig toch overnachten.
Hier wasten we nog onze haren (pas voor de 2e keer deze vakantie). ’s-Avonds aten we in het Gasthof warm. Toen ik na het eten bezig was met het verslag hoorde ik in de bar de muziek van het programma “Kein Schöner Land”. Daarop besloten we daar te gaan zitten. De eigenaar zette daarop de muziek ook iets harder. Later kwam de eigenares er bij zitten en die deed de muziek heel zachtjes. Even later besloten we daarop maar naar bed te gaan.
Geschichte am Strom - Lauenburg/Elbe
Lauenburg
Lauenburg/Elbe liegt im nordwestlichen Winkel zwischen dem Urstromtal der Elbe und der Delvenauniederung, einer breiten eiszeitlichen Schmelzwasserrinne am Steilrand eines 40 bis 50 Meter hohen Altmoränenplateaus. Die Schiffahrtswege der Elbe, des Elbe - Lübeck - Kanals in der Delvenauniederung und des neuen Elbe - Seitenkanals, 3 km stromabwärts am gegenüberliegenden Ufer, die B 5 von Hamburg auf der Geesthöhe mit der Verbindung nach Mecklenburg-Vorpommern sowie die Bundesstraße Schwarzenbek - Lüneburg (B 209) und die Eisenbahnlinie Lübeck - Lüneburg, die die Elbe östlich Lauenburgs auf einer Brücke überqueren, schließen die Stadt günstig an das Fernverkehrsnetz an.
Das städtebauliche Gefüge teilt sich in eine Ober- und Unterstadt. Die Oberstadt dehnt sich auf der Hochfläche an den weiterführenden Straßen in ost- westlicher und in nördlicher Richtung aus. Sie stellt mit einem kleinen, durch ein Hochhaus betonten, Geschäftszentrum das moderne Lauenburg dar. Die Unterstadt ist die Altstadt. Sie drängt sich am Fuße des Steilhanges auf schmaler Uferterrasse und in gewundenen Erosionstälern, die die Verbindung zur Oberstadt herstellen. Die Bebauung erstreckt sich vorwiegend beiderseits einer schmalen, dem Uferverlauf angepaßten, Hauptstraße; der Elbstraße. Die bergseitigen Häuser sind teilweise in den Hang hineingebaut, die elbseitigen über einer starken Hochwassermauer aufgesockelt, an deren Fuß, durch schmale Twieten mit der Hauptstraße verbunden, ein reizvoller Uferweg verläuft.
Die Elbstraße wird durch mehrere Platzbildungen in Abschnitte gegliedert. Die Mitte markiert der auffällig kleine, annähernd rechteckige, nördlich an den Straßenraum anschließende Markt. Zusammen mit dem östlich daneben liegenden, gegen die öffentlichen Verkehrsräume durch Häuserzeilen abgeschlossenen ehemaligen Kirchhof der Maria-Magdalenen-Kirche, teilt er sich in den beschränkten Raum eines Erosionstales. Dieses ist hakenförmig aus dem Hang herausgeschnitten und umgreift einen Vorsprung des Hochplateaus mit Resten einer herzoglichen Burg (erhalten ein spätmittelalterlicher Geschützturm und Mauerreste im ehemaligen Amtsrichterhaus).
Vom Marktplatz geht nach Norden ein Straßenzug aus und gabelt sich hinter der Kirche in den "Hohlen Weg" und den "Graben". Diese beiden Wege ziehen sich auf verschiedenen hohen Geländestufen in das Tal hinein. Nach Westen zweigt sich parallel zur Elbstraße die etwas höher liegende, nur hangseitig bebaute, kleine Straße, genannt "Hunnenburg", ab, um bald mit rechtwinkligem Knick in die Hauptstraße zu münden. Im Westen ergeben sich unregelmäßig platzartige Erweiterungen an der Abzweigung der breit und gradlinig einen Abschwemmhang ansteigenden "Neustadt" und der in weitem Schwung zum Hochplateau hinausführenden "Grünstraße". An dem dicht an den Fluß herantretenden Steilhang läuft die Elbstraße in einen Sandweg über, der zum "Glüsing" führt. Im Osten weitet sich der Straßenraum mit einem markanten Knick und öffnet sich auf zwei Uferplätze. Den nach dem zweiten Weltkrieg wirkungsvoll angelegten kleinen Platz mit dem Wahrzeichen Lauenburgs, dem "Rufer", und einen historischen Lösch- und Ladeplatz der ehemaligen Stecknitzfahrer. Am Ende des Altstadtkerns führt ein breiter Hohlweg den Hang hinauf, der "Große Sandberg". Der Hangfuß ist im östlichen Bereich der Altstadt breiter. Hier hat ein Schwemmfächer des eiszeitlichen Schmelzwasserflusses die Elbe von ihrem einstigen Prallhang abgedrängt. Die Mündung der Delvenau, heute der Stecknitzhafen, in den der Elbe-Lübeck-Kanal eingeführt ist, bot seit alters her die Möglichkeit einer Schiffsanlegestelle. Die Entstehung Lauenburgs hängt mittelbar mit dem Sturz Heinrichs des Löwen zusammen. Herzog Bernhard I. von Askanien, der mit einem Teil der Herrschaft des Sachsenherzogs belohnt worden war, errichtete 1182 bis 1183, angeblich aus Steinen der 1180 zerstörten sächsischen Ertheneburg (Artlenburg) etwa vier Kilometer elbaufwärts, eine neue Burg. Der Name Lauenburg ist nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt. Die Slawen, die hier ca, 300 bis 400 Jahre an der nahen Grenze nach Mecklenburg wohnten, nannten die Elbe "Lave". Lauenburg, d.h. wohl "die Burg an der Lave".
Während die sächsische Burg den Elbübergang bei Artlenburg und die Handelsstraße Lüneburg - Lübeck kontrolliert hatte, war die askanische Burg als wichtigster militärischer Stützpunkt der neuen Landesherrschaft abseits in schwer zugänglichem Gebiet angelegt worden.
In den folgenden Jahrzehnten wurde sie mehrfach heftig umkämpft. 1203 gelangte sie in die Hände der Dänen. Erst bei der Schlacht bei Bornhöved 1227 fiel sie an die Askanier zurück und wurde Hauptsitz der 1296 abgetrennten lauenburgischen Linie des Herzoghauses. Schon bald dürfte sich am Fuße des Burgberges eine kleine Siedlung gebildet haben, zumal hier von 1190 bis 1864 Elbzoll erhoben wurde. Allerdings wird eine solche noch nicht im Zehntregister des Bistums Ratzeburg von 1230 erwähnt. 1260 hören wir erstmals durch einen Handelsvertrag Albrechts I. mit dem Grafen von Schwerin von Lauenburger Bürgern. Es ist deshalb anzunehmen, daß zwischenzeitlich eine Stadtgründung durch den Kerzog erfolgt war. Tatsächlich trägt der Marktbereich, der kleine rechteckige Platz mit Straßen, die von den Platzecken ausgehen, planmäßige Züge.
Die 1243 vorhandene Kirche wird, wie die Titelheilige vermuten läßt, vom Herzog zum Dank für den Sieg bei Bornhöved 1227 am Maria-Magdalenen-Tag gestiftet worden sein. 1300 ist erstmals eine Ratsverfassung bezeugt; eine mittelalterliche Stadtrechtsur-kunde hat sich nicht erhalten. Die Voraussetzung für die Entwicklung einer Stadt war freilich insgesamt nicht günstig. Die Verkehrsfeindlichkeit der Steilhänge und der Delvenauniederung, für die Burg einst ein Vorzug, sowie der beengte Siedlungsraum hatten zur Folge, daß Lauenburg sich nicht zu einem Handels-und Umschlagplatz entwickeln konnte. Der Elbübergang der Straße Lüneburg - Lübeck bei der Ertheneburg verblieb, obwohl schon Herzog Bernhard I. sich um eine Verlegung an die Lauenburg bemüht hatte.
Die alten Wege aus Richtung Hamburg und Büchen endeten, wie heute noch im Grundriß der Oberstadt erkennbar, an der Burg. Erst im frühen 17. Jahrhundert wurde der Postweg Hamburg Berlin geschaffen, der die Delvenauniederung überqueren mußte. Erwerbsgrundlage der Bürger bildeten Schiffahrt und Fischfang sowie die damit verbundenen Mandwerkszweige, insbesondere der Schiffbau. Die Stadt verfügte nicht einmal über eine eigene Feldmark.
Von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung wurde daher zweifellos der Bau des Stecknitz-Kanals 1391 bis 1398, eines Vorläufers des Elbe-Lübeck-Kanals. Der Bau erfolgte durch die Lübecker mit Unterstützung Herzog Erichs IV. Der Kanal sollte vorzugsweise dem Transport des Lüneburger Salzes nach Lübeck dienen. Zwar nahmen die Lübecker das Recht der Kanalfahrt für sich in Anspruch, doch gestanden sie 1417 den Lauenburgern das Monopol für den Weitertransport der auf dem Kanal beförderten Güter zu.
Ihren Aufschwung verdankt die Stadt freilich erst der Neuorientierung des norddeutschen Handels nach Westen im Laufe des 16. Jahrhunderts. In deren Folge wurde die Elbe mit Hamburg als Umschlaghafen zum wichtigsten Transportband für den Warenverkehr zwischen den westlichen Handelszentren mit überseeischen Verbindungen zur Neuen Welt und dem deutschen Binnenland. Dank der zunehmenden Elbschiffahrt überflügelte Lauenburg bald die beiden anderen Städte des Herzogtums, Mölln und Ratzeburg.
Das mittelalterliche Städtchen hatte sich auf der Zeile der Elbstraße zwischen der ehemaligen Post und der Einmündung der "Hunnenburg" beschränkt. An den beiden Endpunkten lagen Oster-und Westertor. Ein drittes, das Norder- oder Kuhtor, befand sich am Anfang des "Grabens", in der Nähe der Kirche. Fundamente des wahrscheinlich schon im 16. Jahrhundert beseitigten Ostertores wurden ergraben. Sonst kennen wir nur die genaue Lage der im frühen 19. Jahrhundert beseitigten Holztore des Barocks. Reste einer Straßenbefestigung (Bohlen und Kopfsteinpflaster) aus der Frühzeit der Stadt, zwei bis dreieinhalb Meter unterhalb der heutigen Straßenoberfläche und die darüberliegende Erdschichtenfolge zeigen, daß der ursprünglich in einer Senke gelegene Markt bis zum 15. Jahrhundert auf das Niveau des östlichen Straßenteils angehoben wurde.
Der Straßenzug muß im 17. Jahrhundert noch einmal in seiner Gesamtlänge um etwa einen Meter aufgehöht worden sein, was zweifellos im Zusammenhang mit dem steigendem Wasserstand der Elbe stand. Seit dem 16. Jahrhundert bildete sich in der Nähe der günstigen Schiffsanlegestelle in der Delvenaumündung die Schiffervorstadt "Unterm Berg". Gleichzeitig entstanden zwei Vorstädte an den Wegen zur Burg: Die Handwerkersiedlung "Hohler Weg" mit dem Graben auf ursprünglich zum Burgbereich gehörigem, 1545/1551 für die Besiedlung freigegebenen Gelände und die Siedlung "Oberbrück" auf dem Hochplateau. Hier ließen sich vor allem Bürger, die auf Pachtland Ackerbau oder später am Postweg Hamburg - Berlin Beherbergungsgewerbe betrieben, nieder.Alle drei Vorstädte waren Amtsgemeinden mit eigenen Bürgermeistern. Sie wurden erst 1872 in die Stadt Lauenburg eingemeindet. Als echte Stadterweiterung ist dagegen die planmäßige Anlage der Neustadt ab 1608 mit der Grünstraße und der Bebauung an der platzartig erweiterten Elbstraße vor dem Westertor anzusehen. Der zunehmende Wohlstand spiegelte sich in den ältesten erhaltenen Fachwerkgiebelhäusern mit geschnitztem Dekor aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts wider. Der Aufstieg der Stadt fiel zusammen mit der Organisation des Herzogtums zum frühneuzeitlichen Verwaltungsstaat unter Herzog Franz II. (1581 bis 1619). Die 1463 bis 1477 erneuerte Burg wurde zum Regierungsmittelpunkt des Landes und zeitgemäß als Residenz ausgestaltet. Auf dem östlich benachbarten Plateauvorsprung, dem "Freudenberg", ließ der Herzog ab 1583 den Fürstengarten anlegen. Auch in der Stadt förderte er das Bauen. Der Kirche fügte er als Chor eine aufwendig ausgestattete fürstliche Grablege und Ruhmeshalle der sächsischen und askanischen Herzöge an (1827 im Inneren zerstört). Gleichzeitig erhielt der Kirchhof seine rechtwinklige, auf die Südseite der Kirche ausgerichtete, Gestalt. Vor dem Westertor wurde unmittelbar an der Elbe auf hohen Stützmauem der fürstliche Zollhof (im 18. Jahrhundert erneuert) errichtet. Am Ostertor wurde auf Wunsch Hamburger und Lübecker Kaufleute der Kaufhof mit einem Kran (1879 abgebrochen), Kranmeister und ein Lagerhaus errichtet.
Eine 1609 begründete Münze arbeitete bis 1689. Infolge weitgehender Brandzerstörung des Schlosses 1616 wurde die Residenz 1619 nach Ratzeburg verlegt. Der Dreißigjährige Krieg wirkte sich mit Durchzügen, Kampfhandlungen, Besetzungen und Plünderungen auf die Stadt aus. Doch ermöglichte die Elbschiffahrt rasch ein Wiederaufleben: Schon seit Mitte der 1640er Jahre entstanden zahlreiche neue Fachwerkhäuser mit geschnitzten Zierformen und allerlei Sinnsprüchen. Die großzügig geplante Neuanlage des Schlosses blieb dagegen in den Anfängen stecken. Nur der Fürstengarten konnte ab 1656 neu gestaltet werden (heute nur noch als Grünbereich mit einer Grotte kenntlich). Mit dem Anschluß des Herzogtums an das Kurfürstentum Braunschweig -Lüneburg, nach Aussterben der Askanier 1689, setzte eine lange Friedenszeit ein, in der Handel und Schiffahrt der Stadt gediehen. In dieser Zeit erhielt das Stadtbild durch eine Reihe vorwiegend traufenständiger Fachwerkneubauten mit Mansardendächern seine abschliel3ende Prägung. Erst die Franzosenzeit (1803 - 1813) brachte wirtschaftliche Rückschläge. Durch Beschluß des Wiener Kongresses nach den Befreiungskriegen kam das Herzogtum 1816 an Dänemark. Die Stadt geriet damit in eine wirtschaftlich ungünstige Randlage. 1822 und 1844 wurden ihre Schiffahrtsprivilegien aufgehoben. Der Ausbau des Postweges Hamburg - Berlin (1835 bis 1837) und der Straße nach Schwarzenbek (1830 bis 1842) zu Chausseen sowie der Anschluß an die Bahnstrecke Hamburg - Berlin durch eine Zweigbahn nach Büchen (1851) bzw. an das hannoversche Bahnnetz durch ein Traject über die Elbe (1865) verbesserten allgemein die Verkehrsverbindungen im Lande. Das wirkte sich besonders nach dem Anschluß an Preußen 1865 aus. 1878 wurde das Traject durch eine kombinierte Eisenbahn - Straßenbrücke ersetzt (1951 nach Kreiszerstörung erneuert). Die Fertigstellung des Elbe-Lübeck-Kanals 1900 brachte der Schiffahrt neuen Aufschwung. In diesem Kanal ging der Stecknitz-Kanal größtenteils auf. Erhalten geblieben ist die 1724 als Kammerschleuse erneuerte "Palmschleuse" östlich der Stadt. In bescheidenem Umfang setzte seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung ein. Dies war besonders bei den in langer Tradition betriebenen Schiffswerften, die sich nach Aufgabe der Bauplätze auf dem "Kleinen Kuhgrund" im Westen der Stadt am Stecknitzhafen konzentrierten, der Fall.
Zur Unterbringung von Werftarbeitern wurde zwischen 1858 i und 1870 durch den "Amtsmaurermeister" Friedrich Uhrbrock auf dem an der Berliner Straße gelegenen Teil des ehemaligen Fürstengartens eine Kolonie von Eigenheim - Häusern in einem Siedlungsgebiet errichtet, - eine der ältesten Arbeitersiedlungen im Lande. In der Nähe des Hafens und des Bahnhofes (Großer Sandberg und Bahnhofstraße) erfolgten einige bauliche Veränderungen. Im wesentlichen beschränkte man sich jedoch auf erhaltende Baumaßnahmen, in deren Folge zahlreiche Fachwerkfronten roten Backsteinfassaden wichen. Die in vielen Kleinstädten hierzulande üblichen, den überkommenden Maßstab durchbrechenden, gründerzeitlichen Neubauten blieben hier auf Ausnahmen beschränkt. Wenig glücklich allerdings ersetzte man 1902 den alten hölzernen Kirchturm durch einen allzu aufwendigen aus Maschinenziegeln.
Die Teilung Deutschlands nach dem II. Weltkrieg brachte die Stadt um einen großen Teil ihres einstigen Einzugsgebietes. Der Zustrom der Heimatvertriebenen ließ die Einwohnerzahl auf das Doppelte ansteigen (1939: 6.015 Einwohner; 1950: 11.207 Einwohner). Die notwendigen Stadterweiterungen fanden auf dem Hochplateau Raum, wo sie sich an Erweiterungen der 1930er Jahre anschlossen. Damit verlagerte sich das wirtschaftliche Schwergewicht auf die Oberstadt. Heute ist Lauenburg entwicklungsfähiges Unterzentrum mit Versorgungs- und Dienstleistungsfunktionen für einige südlich der Elbe gelegen Gemeinden. Durch seine Lage am Rande eines Erholungsgebietes im weiteren Hamburger Umraum ist es weiterhin für den Fremdenverkehr bedeutsam. Seit 1996 ist Lauenburg anerkannter Erholungsort.
Die nicht allzu umfängliche historische Bebauung der Oberstadt wurde weitgehend durch die Citybildung aufgezehrt; die Grundrißstruktur infolge eines Durchbruches der Hamburger Straße verändert (1953).
Unbeeinträchtigt blieben der ehemalige Schloßbereich und das Gelände des Fürstengartens. Die Unterstadt dagegen bewahrte ihr historisch geprägtes Gesicht in hierzulande seltener Geschlossenheit, jedoch um den Preis zunehmender Sanierungbedürftigkeit. Bis heute wird sie vorwiegend durch Fachwerkbauten vom letzten Viertel des 16. Jahrhunderts bis zum frühen 19. Jahrhundert geprägt. Die zahlreichen Häuser mit vorgeblendeten Ziegelfassaden aus dem mittleren und späten 19. Jahrhundert treten in der Gesamtwirkung zurück.
Einige in den letzten Kriegstagen zerstörte Gebäude wurden durch angepaßte Neubauten ersetzt bzw. zur Gestaltung des Rufer - Platzes beseitigt, der vor dem Krieg nur eine Baulücke war. Die Häuser sind meist zweigeschossig. Ihre Abfolge wird in der Regel durch schmale Traufgänge unterbrochen. Giebel- und Traufenständigkeit wechseln. Die steilen Dächer schließen sich besonders in der Sicht vom Schloßberg oder von der Friedrichsbrücke zu einem reizvollen Kleinstadtmotiv zusammen. Die elbseitigen Häuser haben auch eine stadtbildwirksame Rückseite. Doch ist gerade die Elbansicht der Stadt besonders einprägsam. In vier Zonen baut sie sich über dem Fluß auf: Sockelmauer, Häuserzeile, unbebauter Steiluferhang und bekrönende Baumkulisse, die die Oberstadt weitgehend verbirgt (lediglich das Hochhaus im Geschäftszentrum stört heute den Gesamteindruck). Lauenburgs Unterstadt kommt dank der Geschlossenheit des noch durch zahlreiche Baudenkmale und malerische Gebäudegruppen dargestellten historischen Gefüges und der eindrucksvollen Beziehung zum Landschaftsraum der Niederelbe der Rang eines Stadtdenkmals von besonderer Bedeutung zu.
Die Palmschleuse bei Lauenburg ist eine der wenigen erhaltengebliebenen frühen Kammerschleusen Europas. Sie gehörte zum Schleusensystem des mittelalterlichen Stecknitz-Delvenau-Kanals, der die Elbe mit Lübeck verband. Er war der erste echte Wasserscheitelkanal Nordeuropas und einst weltberühmt. Dieser Kanal wurde in den Jahren 1390 - 1398 von den Lübeckern im Einvernehmen mit dem Herzogtum Lauenburg erbaut.
Zwischen der nach Norden zur Trave fließenden Stecknitz und der nach Süden zur Elbe fließenden Delvenau lag ein rund 10 km breiter, eiszeitlicher Höhenrucken, der durchstochen werden mußte. Zur Überwindung des beträchtlichen Höhenunterschiedes waren 17 Schleusen notwendig.
Sie waren zunächst nur einfache, an einer Seite geschlossene Stauschleusen, in denen das Wasser so lange aufgestaut wurde, bis diese Stauung kräftig genug war, die wartenden Schiffe nach Öffnung der Schützen bis zur nächsten Schleuse zu tragen. Das konnte nur an jedem zweiten Tage, dem Zapfetag, geschehen. So dauerte die immerhin 93 km lange Kanalfahrt etwa 3 bis 4 Wochen. Stromaufwärts mußte getreidelt werden.
Trotzdem war der Wassertransport wirtschaftlicher als der zu Lande, da die Kanalschiffe immerhin 10 bis 15 Wagenlasten aufnehmen konnten. Der Umbau einiger Stauschleusen zu beiderseits geschlossenen Kammerschleusen machte den Kanalweg zusätzlich schneller, weil bei sparsamen Wasserverbrauch schneller geschleust werden konnte. Allerdings verfielen die aus Holz gefertigten Schleusen bald. Nur die Lauenburger Palmschleuse, die um 1600 ihren Namen von dem damaligen Schleusenmeister erhielt, wurde 1724 von Grund auf erneuert und mit steinernen Einfassungen versehen. Zur Erinnerung sind die Wappen von Lübeck (Doppeladler) und des Kurfürstentums Hannover (Wappen) einander gegenüiber eingemauert worden. Lauenburg gehörte damals nach dem Aussterben des alten Herzogengeschlechts zu Hannover.
Soviel zu unserer kleinen Einführung in die Geschichte der Palmschleuse. Sollten Sie an weiteren Informationen zur Palmschleuse interessiert sein, so empfehlen wir Ihnen einen Besuch des Lauenburger Elbschiffahrtsmuseums in der Elbstraße 59. Dort befindet sich ein Modell der Schleuse, anhand dessen ihre Funktion ersichtlich ist.

Henri Floor & Coos Verburg

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